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  • Die polnische Literatur

    In der polnischen Literatur waren historische Themen bestimmend. Gleichmäßig kann man Tendenzen merken, die entweder versuchen, sich von diesen zentralen Interessen zu entfernen oder zu verwerfen, oder andere, die eine zu überspontane Einstellung der Realität frei vom metaphysischen Standpunkt haben. Die polnische Literatur ist zwischen ihren sozialen und literarischen Pflichte zerrissen.

    Die Renaissance

    Obwohl die Renaissance Polen erst spät erreichte, wurde es das Goldene Zeitalter der polnischen Literatur. Äußerliche Sicherheit, verfassungsmäßige Konsolidierung and die Reformation steuerten zu diesem Aufblühen bei. Die erste Generation von Schriftstellern, die bei den italienischen Humanisten beeinflußt wurden, schrieben in Latein. In dieser Gruppe sind folgende Autoren eingeschloßen: Jan Dantyszek (Johannes Dantisgcus), Autor von Epigramme, Elegien, Satiren, Briefe; Andrzej Krzycki (Critius), ein Erzbischof, der schlaue Epigramme, politische Verse und religiöse Dichtungen schrieb; und Klemens Janicki, ein Bauer, der in Italien studierte, gewann dort der Titel von Hofdichter, und war der originaleste Dichter dieser Zeit. Mikolaj Rej von Naglowice beachtenswert in Sachen der Kombination von Mittelalter- und Renaissanceaspekten. Selbsterziehender war er das erste polnische Talent auf Idimatische Weise und wurde zu dieser Zeit sehr gerne gelesen. Er war als "Vater der polnischen Literatur" bekannt. Er schrieb satirische Epigramme, aber wichtiger waren seine Prosawerke, insbesonders Swietych slsw a spraw Panskich kronika albo Postilla (1557; "Chronicle or Comments on the Holy Words and Matters of the Lord"), eine Sammlung von Calvinistpredigen, und Zywot czlowieka poczciwego (1568; " Wahrhaftes Bild vom Leben Eines ehrbaren Menschen), eine Beschreibung eines idealen Adligers.

    Der Barock

    Im 17. Jh., der Blütezeit der Barockdichtung, entstehen neben gemischten Gattungen von Waclaw Potocki einerseits antiklerikale und oft erotische Verse von Jan Andrzej Morsztyn, weltliche Poesie von Daniel Naborowski, andererseits streng katholische Gedichte von Wespazjan Kochowski. Von großer Bedeutung war auch Prosa, vor allem Memoiren, zu den bekanntesten gehören diejenigen von Jan Chryzostom Pasek und. Nicht ohne Bedeutung ist die Epistolographie. Die Briefe bildeten ausgedehnte, inhaltsvolle Reihen, z.B. Briefe von König Jan III. Sobieski an seine Gattin Maria. In der spätbarocken Zeit, schon im 18. Jahrhundert, entstand die erste polnische Quasi-Enzyklopädie von Benedikt Chmielowski, oft als Zeichen der intellektuellen Stagnation erwähnt.

    Die Aufklärung

    Die enge Verbindung der Aufklärung mit Westeuropa, insbesonders Frankreich und England, charakterisiert die Literatur der Aufklärungszeit in Polen, wenn ihre Autoren die Nationalkultur von den Auswirkungen der Teilung und der fremden Sitte. In der Zeit der polnischen Aufklärung unter der Regierung des letzten polnischen Königs Stanislaus II. August schrieben Ignacy Krasicki und Adam Naruszewicz Satiren, in denen sie den Sittenverfall und die Bildungsfeindlichkeit des Landes anprangern.

    Die Romantik

    Die Romantik fing später in Polen als in England oder Deutschland an, und dauerte auch länger. Sie wurde als die größte Periode in der polnischen Literatur betrachtet. Das Aufgehen derRomantik kongruierte mit dem Verlust der Unabhängigkeit und wichtige Autoren fanden in dieser Art den Ausdruck ihrer eigenen Laune. Dank der Notwendigkeit des Schicksals ihres eigenen Land zu interpretieren, erschienen die Werke von drei großartigen Dichtern --Adam Mickiewicz, Juliusz Slowacki und Zygmunt Krasinski--Visionärkraft und Moralautorität. Sie schrieben von der Verbannung und hielten am Glauben der Wiedereinsetzung von der ponischen Unabhängigkeit fest. Ihr Interesse gab der Literatur von polnischen Romantik ihre Kraft und Passion. Mickiewicz war der großte ponische Dichter und Führer der Romantik. Sein Werk Poezye (2 Vol., 1822-23; "Poesie") war das erste vorwiegend literarisches Ereignis dieser Zeit. In seinem 2. Buch wurden die Teile zwei und vier von Dziady (Totenfeier), in dem er Folklore und mystische Atmosphäre kombiniert, um eine neue Art Romantikdramen zu kreieren. Mickiewicz größter Werk wurde nach dem Jahre 1824 geschrieben, während er nach Rußland für revolutionäre Aktivitäten als Student deportiert wurde. Es gab u.a. Sonety krymskie (1826; Sonnette von der Krim); ein dritter Visionärteil von Dziady (1832); eine messianische Interpretation von der Vergangenheit und Zukunft Polens, Ksiegi narodu polskiego i pielgrzymstwa polskiego (1832; The Books of the Polish Nation and of the Polish Pilgrimage), in biblischen Prosa geschrieben; und ein großartiges Epos, Pan Tadeusz (1834; Master Thaddeus). Die Unterdrückung des Aufstandes von 1830-31 trieb die kulturelle Elite im Exil nach Frankreich; u.a. Dichter wie Mickiewicz und Slowacki, Krasinski und Cyprian Kamil Norwid. Zygmunt Krasinski, damals 23, veröffentlichte (anonym, wie alle seine Werke) Nieboska komedia (1835; The Undivine Comedy), das zum ersten mal in Europa einen Kampf zwischen zwei gegenüberstehenden Welten wie die Welt der Aristokratie und die enterbten Massen präsentierte. Irydion (1836; Iridion), sein zweites Spiel, war eine Allegorie vom Schicksal Polands. In Przedswit (1843; "Daybreak") entwickelte er eine messianische Interpretation der polnischen Geschichte und diese Konzeption von Poland wurde auch in Psalmy przyszlosci (1845; "Psalms of the Future") erläutert.

    Der 20. Jahrhundert

    Das junge Polen

    Die literarische Moderne setzt bei den Polen um 1891 ein. In ihrem Rahmen werden ästhetische und philosophische Anliegen behandelt. Jan Kasprowicz, Stanislaw Wyspianski, Stefan Zeromski (1864-1925) und Wladyslaw Reymont gehören zu der Vereinigung der sog. Mloda Polska (Junges Polen). Ihr Schaffen wurzelt in der Tradition des europäischen Symbolismus' und des Gesellschaftsromans. Für die Authentizität der Literatur als Ausdruck der erlebten Wirklichkeit setzen sich Zofia Nalkowska, Maria Dabrowska und Bruno Schulz ein. Schulz wie sein jüngerer Kollege Witold Gombrowicz sind Meister der Groteske, Phantastik und des Humors.




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